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Anglierung

Verschönernde Kantenbrechung bei den Brücken, Kloben oder Stahlteilen sehr feiner Uhrwerke. Kanten einer geschliffenen Fläche, auf 45 Grad bei exakt gleichbleibender Breite abgeschrägt und poliert.

Anker

Teil der Ankerhemmung, der verhindert, dass das Räderwerk ungebremst ablaufen kann. Verursacht dabei das charakteristische Ticken einer mechanischen Uhr.

Ankerrad

Erstes Element der Hemmung und gleichzeitig letztes Rad des Räderwerkes.

Automatischer Aufzug

Eine rotierende Schwungmasse (Rotor), die durch die Bewegungen der Uhr am Handgelenk ihres Trägers mitbewegt wird, bewirkt den selbsttätigen Aufzug des Uhrwerks.

Bläuen

Als Bläuen wird die kontrollierte Oxidation von Stahlschrauben und anderen Stahlteilen (wie zum Beispiel auch Zeiger) bezeichnet. Das Bläuen erfordert viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Bei knapp 300 Grad nimmt die Oberfläche die gewünschte Farbe an.

Brücke

Auf zwei oder mehr Punkten der Grundplatine aufliegende und dort mit Stellstiften und Schrauben befestigte Messing - oder Neusilberplatte. Zwischen Brücke und Platine drehen sich die Achsen und Räder.

Brückenwerk

Uhrwerk mit mehreren Brücken zur Lagerung des Rädersatzes.

C.O.S.C.
Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres

Offizielle Schweizerische Chronometer-Prüfstelle. Eidgenössische Behörde mit Hauptsitz in La Chaux-de-Fonds sowie Niederlassungen in Biel, Genf und Le Locle, die alle offiziellen Chronometerprüfungen durchführt und die entsprechenden Gangzeugnisse ausstellt. Die Bezeichnung C.O.S.C. existiert seit 1973.

Chaton

Kreisrundes, gebohrtes Metallstück zur Aufnahme eines Lagersteins.

Chronograph

Uhr mit Zusatzfunktion, die es gestattet, einen Sekundenzeiger unabhängig vom eigentlichen Uhrwerk zu starten, zu stoppen und wieder in seine Ausgangsposition zurückzuführen.

Chronometer

Präzisionsuhr, welche ihre Ganggenauigkeit im Rahmen einer 15-tägigen Kontrolle bei einer offiziellen Uhren - Prüfstelle (z. B. C.O.S.C. in der Schweiz) unter Beweis gestellt hat. In den fünf Lagen »Krone links, Krone oben, Krone unten, Zifferblatt oben, Zifferblatt unten« darf die mittlere tägliche Gangabweichung zwischen maximal -4 und +6 Sekunden liegen.

Datumsanzeige

Darstellung des Datums entweder analog durch einen Zeiger oder digital durch eine bedruckte Scheibe. Zeiger und Scheibe drehen sich innerhalb von 31 Tagen einmal um ihre Achse. Täglich gegen Mitternacht werden sie über das Zeigerwerk um eine Position weitergeschaltet.
Armbanduhren mit digitaler Datumsanzeige verfügen über eine auf der Werksvorderseite angebrachte Datumsscheibe. Die Zahlen sind durch einen Zifferblattausschnitt sichtbar. Grundsätzlich zu unterscheiden sind schleichende und springende Datumsanzeigen. Erstere werden vom Werk allmählich fortgeschaltet. Springende Anzeigen entziehen dem Uhrwerk im Laufe des Tages sukzessive Kraft und speichern sie in einer Feder. Die Energie wird exakt um Mitternacht für den Schaltvorgang freigesetzt.
Fast allen Datumsanzeigen in mechanischen Uhren ist gemeinsam, dass sie in Monaten mit weniger als 31 Tagen von Hand korrigiert werden müssen.

Diamantieren

Schneiden z.B. von Zeigerfacetten mittels rotierender Diamanten. Durch das Diamantieren ergeben sich hochglanzpolierte Oberflächen, die besonders gut das einfallende Licht reflektieren.

Dreiviertel - Platine

Im Gegensatz zum Brückenwerk wird nahezu das gesamte Räderwerk (Ausnahmen: Anker, Ankerrad und Unruh) unter der Platine gelagert, wodurch eine hohe Stabilität erzielt wird.

Ebauche

Französischer Begriff für Rohwerk ohne Hemmung und Zugfeder.

Echappement

Französischer Begriff für Hemmung.

Ewiger Kalender

Neben der normalen Uhrzeit, Stunden, Minuten und Sekunden, wird zusätzlich noch Datum, Wochentag, Monat und Jahr angezeigt, unter Berücksichtigung der Schaltjahre, Monatslängen und Mondphasen.

Feder

Zugfeder zum Speichern der Aufzugsenergie.

Federhaus

Kleines verzahntes, zylindrisches Gehäuse, in der sich eine aufgerollte und somit energiespeichernde Zugfeder befindet.

Federsteg

Dünner Tubus zur Montage eines Armbands zwischen den Bandanstössen. Eine im Tubus angebrachte Feder drückt die beiden zapfenförmigen Enden nach aussen, die somit in entsprechenden Bohrungen der „Gehäusehörner“ einrasten können.

Feinregulierung

Mechanismus zum fein dosierten Stellen des Rückers. Zur Anwendung kommen eine Vielzahl unterschiedlicher Konstruktionen wie z.B. die Schwanenhals-Feinregulierung oder das System mit Exzenterschraube. Eine Feinregulierung resultiert nicht unbedingt in einer höheren Präzision. Diese wird auch durch normale Rückerzeiger und Fingerspitzengefühl erzielt.

Finnisage

Fein- oder Fertigbearbeitung einer Uhr.

Frequenz

Schwingungen pro Zeiteinheit, gemessen in Hertz (Hz). Zur Steigerung der Präzision wurde die Schlagzahl auf 21.600 A/h (3 Hz), 28.800 A/h (4 Hz) oder gar 36.000 A/h (5 Hz) erhöht. Allerdings ist mit einer höheren Unruhfrequenz auch ein grösserer Energiebedarf verbunden.

Gang

Der Gang ist der Unterschied zwischen zwei abgelesenen Uhrenständen bei 1 Tag Differenz.

Gangdauer

Gesamte Laufzeit eines mechanischen Uhrwerks zwischen dem vollständigen Aufzug und dem Stehenbleiben wegen Entspannung der Zugfeder.

Gangreserve
Energiepotenzial über 24 Stunden

Über das normale Aufzugsintervall einer Armbanduhr (24 Stunden) hinausreichendes Energiepotenzial. Üblicherweise bewegt sich die Gangreserve in einer Grössenordnung zwischen zehn und 16 Stunden.

Gangreserveanzeige (Réserve de Marche)

Indikation der verbleibenden Gangdauer bei mechanischen Uhrwerken.
Aufgrund des technischen Aufwands waren und sind Gangreserveanzeigen bei Armbanduhren nur in der gehobenen Preisklasse zu finden.

Genfer Punze (auch: Genfer Siegel, Poinçon de Genève)

Aus dem Jahre 1886 stammende Qualitätsauszeichnung der Stadt Genf. 1957 und 1994 wurde die Bestimmung neu gefasst und umfasst nun v.a. zwölf Festlegungen zur exakten Verarbeitung und Einstellung von Werkteilen, jedoch keine Ganggenauigkeitsprüfung. Vorgelegt werden können nur Uhren, deren Zusammenbau und Reglage im Kanton Genf erfolgt ist.

Genfer Streifen (Cotes de Genève)

Häufig verwendete rippenförmige Dekoration auf den Brücken und Kloben feiner Kaliber.

Glucydur-Unruh

Moderne Unruh, welche nach der Erfindung der autokompensierenden Unruhspirale bei hochwertigen Uhren die bimetallische Kompensationsunruh ablöste. Glucydur-Unruhen bestehen aus einer Kupferlegierung, der ca. drei Prozent Beryllium beigemengt werden, erkennbar an ihrem goldfarbenen Erscheinungsbild. Die einfacheren Nickelunruhen besitzen hingegen einen silbernen Farbton. Glucydur-Unruhen verfügen über eine Härte von 380 Vickers (Nickel-Unruhen 220, Messing-Unruhen 180). Dadurch lassen sie sich vorzüglich vernieten, auswuchten und fein regulieren.

GMT

Greenwich Mean Time - Welt- oder Universalzeit (UTC, Universal Time Coordinated) am Greenwicher Nullmeridian. Die mittlere Zeit von Greenwich gilt heute als Standard im Navigationswesen und internationalen Funkverkehr.

Grande Complication

Hochkomplizierte Taschen- oder Armbanduhr, die mindestens über folgende Funktionen verfügt: Chronograph, ewiger Kalender und Minutenrepetition.

Guillochieren

Das Eingravieren eines regelmässigen, verschlungenen oder linearen Musters mit Hilfe von Schablonen und eines Stichels auf Metall. Die Guillochiermaschine wurde im 15. Jh. von einem unbekannten Meister erfunden. Im 19. Jh. war der Guillocheur ein eigener Berufszweig. Das Guillochieren ist ein maschinell- händisches Gravieren.

Halbschwingung

Winkel, den die schwingende Unruh zwischen den beiden Umkehrpunkten beschreibt. Zwei Halbschwingungen werden als Schwingung bezeichnet, hörbar als »tick-tack«.

Handaufzuguhr

Zeitmesser, dessen Zugfeder von Hand gespannt wird.

Hemmung

Die Energie der Zugfeder in kleinen Stössen an das Schwingsystem der Uhr weiterleitender Mechanismus, der das ungebremste Ablaufen des Uhrwerks verhindert. Bei einer Unruhfrequenz von 28.800 Halbschwingungen/Stunde lässt sie das Räderwerk täglich 691.200-mal vorrücken. Im Laufe von vier Jahren ergibt dies mehr als eine Milliarde Kraftstösse.

Incabloc

Eine der gebräuchlichsten und am weitesten verbreiteten Stosssicherungen für mechanische Uhren. Der »Incabloc« gilt als erfolgreichste Stosssicherung in der Geschichte tragbarer Uhren.

Jewels

Internationale Bezeichnung für die Lagersteine eines Uhrwerks.

Justieren

Das Einstellen oder Regulieren einer Uhr.

Kaliber

Dimension und Gestalt eines Uhrwerks und seiner Teile. Die Angabe des Kalibers auf dem Werk erlaubt eine genaue Identifizierung. Von den konfektionierten Rohwerken der Ebaucheslieferanten sind die sog. Manufaktur-Kaliber zu unterscheiden. Letzteres sind Uhrwerke, die Manufakturen für ihren eigenen Bedarf produzieren.

Karat

Gewichtseinheit. Ein Kt = 200 Milligramm (mg).

Kleine Sekunde

Sekundenanzeige, die dezentral, also nicht in der Zifferblattmitte erfolgt.

Kloben

Ein Kloben ist Teil eines Werkgestells und liegt einseitig auf der Grundplatine auf, wobei er dort mit einer Schraube befestigt ist. Er dient dazu, Lager für bewegliche Teile wie Anker oder Unruh aufzunehmen.

Komplikation

Zusatzmechanismus bei mechanischen Uhren. Zu den wichtigsten Komplikationen zählen Grossdatumsanzeige, Gangreserveanzeige, ewiger Kalender, Tourbilllon, Schlagwerk etc.

Krone

Seitlich am Gehäuse befindliches geriffeltes Rad zum Einstellen der Uhrzeit und Datum bzw. zum Spannen der Zugfeder. Bei wasserdichten Uhren findet am häufigsten die verschraubte Krone, die einfache O-Ring-Krone sowie die Bi-O-Ring-Krone Anwendung.

Lager

Bohrungen für die Zapfen des Räderwerks. In feinen Armband- und Taschenuhren, aber auch bei Grossuhren werden die Bohrungen speziell für die schnell drehenden Räder und Triebe mit Lagersteinen versehen.

Lapidieren

Mit Hilfe eines Lapidärs (Poliermaschine) werden Flächen oder Kanten von Uhrenbestandteilen geschliffen und poliert. Dies steigert den optischen Eindruck und die Wertigkeit eines Uhrwerks.

Lünette

Oberer Gehäuseteil. Die Lünette besitzt einen Falz, in den Uhrglas und Dichtung eingepresst werden.

Linie

Die Pariser Linie ist ein altes Längenmass, das im 17. und 18. Jh. europaweit als Referenzeinheit verwendet wurde. Eine Pariser Linie entspricht 1:144 französischen Fuss. Aus der sogenannten endgültigen Meterdefinition von 1799 ergibt sich die Pariser Linie zu 9 000 000 ÷ 27 706 ÷ 144  ≈  2,255 829 Millimeter. Verwendet wurde dieses Referenzmass in der Wissenschaft, hier z. B. von Newton, von den Uhrmachern, den Schriftsetzern und in der historischen Metrologie.

Lochstein

Dient im Uhrwerk zur Verringerung der Reibung sowie zur Senkung des Verschleisses. Diese Funktionssteine wurden früher aus echten Rubinen und Diamanten gefertigt. Heute verwendet man synthetische Rubine.

Manufaktur

Im ursprünglichen Sinne ist die Manufaktur ein Betrieb in der Übergangsform vom Handwerk zur Fabrik. In der Uhrenindustrie wird der Begriff Manufaktur für jene Hersteller verwendet, welche die meisten und wesentlichen Einzelteile der Uhren - vor allem die Uhrwerksteile - selbst anfertigen.

Mouvement

Französischer bzw. englischer Begriff für Uhrwerk.

Neusilber

Korrosionsbeständige Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink mit einer sehr hohen Festigkeit. Findet Verwendung für die Herstellung von Platinen und Brücken hochwertiger Uhrwerke. Eine galvanische Nachbearbeitung des Materials ist im Gegensatz zu Messing nicht erforderlich. Da dadurch allerdings auch keine Fehler bei der Verarbeitung kaschiert werden können, ist in der Fertigung der Uhrwerke höchste Präzision gefordert.

Nivarox

Legierung aus Eisen, Nickel, Chrom, Titan und Beryllium für die Herstellung von Unruhspiralen, die sich durch ihren guten antimagnetischen und temperaturkompensierenden Eigenschaften auszeichnet.

Perlierung

Besondere wolkenförmige Verzierung auf Platinen, Brücken und Kloben.

Perpetual Calendar

Ewiger Kalender, der die unterschiedlichen Monatslängen bis zum Jahr 2100 automatisch berücksichtigt.

Platine

Metallische Werkplatte, die die Brücken, Kloben und die sonstigen Bestandteile eines Uhrwerks trägt.

Räderwerk

Sämtliche Räder und Triebe, die vom Federhaus aus die Triebkraft an das Hemmungsrad übertragen. Dazu gehören:
  • Minutenrad
  • Kleinbodenrad
  • Sekundenrad
  • Hemmungsrad

Regulierung

Feineinstellen einer Uhr mit mechanischem Schwingsystem. Es gibt unterschiedliche Verfahren und Qualitäten:
Bei normaler Regulierung wird der Gang der Armbanduhr mit »Zifferblatt oben« und »Krone oben« gemessen und auf maximal 30 Sekunden Gangabweichung eingestellt.
Bei Regulierung in verschiedenen Lagen wird in 2, 5 oder 6 Lagen reguliert, etwa
  • horizontal: »Zifferblatt oben« (ZO), »Zifferblatt unten« (ZU) und
  • vertikal: »Krone oben« (KO), »Krone links« (KL), »Krone rechts« (KR), »Krone unten« (KU).
Bei Regulierung der Temperaturkompensation wird der Gang jeweils 24 Stunden bei 4°, 20° und 36° C gemessen und reguliert.

Reinigung

Ein mechanisches Uhrwerk leistet Schwerstarbeit. Deshalb sollte es spätestens nach vier Jahren einen qualifizierten Service erhalten. Bei mangelnder Wartung können die empfindlichen Zapfen des Räderwerks Schaden nehmen.

Repassage

Komplette (Nach-)Kontrolle einer fertig gestellten Uhr vor dem Verlassen der Produktionsstätte. Hierzu gehört auch eine Überprüfung des Gangs.

Rotor

Unbegrenzt drehende Schwungmasse bei Uhren mit automatischem Aufzug. Je nach Konstruktion des Selbstaufzugs wird die Zugfeder in einer oder beiden Drehrichtung(en) des Rotors gespannt. Zu unterscheiden sind Zentral- und Mikrorotoren. Erstere drehen sich über dem ganzen Werk, letztere sind in die Werksebene integriert.

Rubin

Rubine dienen im Uhrwerk zur Verringerung der Reibung sowie zur Senkung des Verschleisses. Diese Funktionssteine wurden früher aus echten Rubinen und Diamanten gefertigt. Heute verwendet man synthetische Rubine.

Saphirglas

Kratzfestes Uhrenglas der Härte 9 (Mohs). Eine noch grössere Härte weist nur der Diamant auf.

Satinierung

Feiner, seidiger und matter Schliff auf Metalloberflächen.

Schlagzahl

Die Summe der Schläge des gangregelnden Organs (z. B. Pendel oder Unruh) einer Uhr wird als Schlagzahl bezeichnet. Zwei Schläge ergeben jeweils eine volle Schwingung.

Schraubboden

Mit einem Gewinde versehener Boden, der ins Uhrengehäuse eingeschraubt ist.

Schweizer Ankerhemmung

Freie Hemmung für Kleinuhren, bei der sich die Zähne des Ankerrads nach aussen kolbenförmig verbreitern. Dadurch verteilt sich die Hebung auf das Gangrad und den Anker mit seinen beiden (Rubin-)Paletten. Neben der Schweizer Ankerhemmung gibt es auch die englische oder die Glashütter Ankerhemmung.

Schwungmasse

Ein sich in Ungleichgewicht befindlicher, schwerer Körper (Rotor) in automatischen Aufzügen, dessen beidseitige Schwingungen die Triebfeder der Uhr aufziehen, in hochwertigen Uhren oftmals fein dekoriert und graviert.

Sekundenstopp

Beim Ziehen der Krone wird die Unruh und damit auch die Bewegung des Sekundenzeigers angehalten. So lässt sich die Zeit sekundengenau einstellen.

Selbstaufzug

Terminus für die Automatik bei mechanischen Uhren.

Sperrrad

Teil des Aufzugssystems der Uhr.

Spiralklötzchen

Kleines Metallstück, in dem das äussere Ende der Unruhspirale verstiftet oder – bei modernen Uhrwerken – verklebt ist. Das Spiralklötzchen selbst ist am Unruhkloben oder an der Platine befestigt.

Steine

Synthetisch hergestellte Rubine, die Abnutzung und Reibung der Räder vermindern.

Superluminova

Neue Leuchtmasse, die seit neuestem auch anstelle von Tritium bei der Markierung von Zeigern oder Indices eingesetzt wird.

Swiss Made

Herkunftsbezeichnung auf dem Zifferblatt und/oder dem Werk einer »Schweizer Armbanduhr«. Nach der »Swiss Made«-Verordnung vom 27. Mai 1992 darf diese Herkunftsbezeichnung dann verwendet werden, wenn das Werk Schweizerisch ist, Montage, Einschalung und Endkontrolle in der Schweiz erfolgen. Schweizer Uhrwerke sind solche, deren Bestandteile aus schweizerischer Fabrikation – ohne Berücksichtigung der Montagekosten – mindestens 50 Prozent des Werts ausmachen. Nichtschweizerische Hersteller dürfen das »Swiss Made« selbst dann nicht mehr verwenden, wenn alle Komponenten aus der Schweiz stammen, die Montage aber in ihrem Heimatland erfolgt.

Tourbillon

Von Abraham-Louis Breguet 1795 erfundene und im Jahre 1801 patentierte Konstruktion zur Kompensation der Schwerpunktfehler im Schwingsystem (Unruh und Unruhspirale) mechanischer Uhren. Beim Tourbillon (»Wirbelwind«) ist das komplette Schwing- und Hemmungs-System in einem möglichst leichten Käfig untergebracht. Dieser rotiert innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne (meist eine Minute) einmal um seine Achse. Auf diese Weise können die Einflüsse der Gravitation in der senkrechten Lage einer Uhr kompensiert und die Ganggenauigkeit verbessert werden. In waagerechten Lagen hat das Tourbillon dagegen keinen Einfluss auf die Präzision.

Trieb

Zahnrad zur Kraftübertragung mit mehr als sechs aber weniger als 20 Zähnen.

Unruh

Schwingreif als Teil des Schwingungssystems.

Wasserdichte Armbanduhren

Der Begriff »wasserdicht« wird in der DIN Norm 8310 festgelegt. Danach gilt eine Uhr als wasserdicht, wenn sie im Neuzustand die drucktechnische Prüfung nach DIN 8310 besteht:
30 Minuten 1 m Wassersäule (~ ca. 1 bar), anschliessend 90 Sekunden 20 m Wassersäule (~ ca. 2 bar)
Ferner gilt laut DIN 8310: »Der Hersteller und Vertreiber von wasserdichten Uhren muss jeder Uhr eine Gebrauchsanleitung beifügen...«
Die Bezeichnung »wassergeschützt« (»water resistant«) dürfen Uhren tragen, wenn sie gegen Schweiss, Spritzwasser und Regen resistent sind. Zudem darf in einem Meter Tiefe mindestens 30 Minuten lang keine Feuchtigkeit eindringen.
Der Zusatz 50 m, 5 bar oder 5 atm ist nicht geregelt, besagt jedoch, dass diese Uhren einem entsprechenden Prüfdruck ausgesetzt wurden. Gleichwohl empfiehlt es sich nicht, mit solchen Uhren zu schwimmen oder gar zu tauchen.

Werkhaltering

Aus Metall (bei niederwertigen Uhren auch aus Kunststoff) bestehender Ring, der den Raum zwischen Gehäuse und Werk ausfüllt und das Werk befestigt, teilweise auch vor Stössen schützt.

Zeigerwerk

Zwischen Platine und Zifferblatt liegendes Räderwerk, das die Drehungen der Minutenradwelle auf den Stundenzeiger überträgt.
In Verbindung mit dem Zeigerstellsystem ermöglicht es das Einstellen des Stunden-und Minutenzeigers über die gezogene Krone.

Zeitwinkel

Der Zeitwinkel dient der Berechnung der »Wahren Ortszeit«, also der Zeit, die gemäss der Sonnenuhr an einem bestimmten Ort gemessen wird. Naturgemäss weicht der 12-Uhr-Punkt, also der präzise Zeitpunkt, an dem eine Sonnenuhr Mittag anzeigt, von Ort zu Ort innerhalb einer Zeitzone ab. Da die Sonne sich zudem nicht mit gleichmässiger Geschwindigkeit auf der Ekliptik bewegt, sondern im Sommer schneller und im Winter langsamer, hat man den »mittleren Sonnentag« eingeführt, der auch als Grundlage für die Navigation dient.

Zentralsekunde

Im Zentrum des Zifferblattes angeordneter Sekundenzeiger.